FAZ_Ukraine_Keine_Kompromis

FAZ und SZ zu Protesten in Ukraine: keine Kompromisse mehr möglich

In den Ausgaben vom 12. Dezember 2013 berichten die DIE ZEIT und die Süddeutsche Zeitung auf den Titelseiten wieder von den oppositionellen Bewegungen in der Ukraine. DIe Überschriften greifen ein Zitat von Vitali Klischko auf: “Ukrainische Opposition sieht keine Kompromissmöglchkeiten mehr” (FAZ) sowie “Kein Platz für Kompromisse” (SZ).

Kritik

  • Stimmungsmache: Beide Zeitungen machen durch Tonalität und Prominenz der Berichterstattung Stimmung für eine Eskalation in der Ukraine. Tatsächlich steht im Fließtext auf Seite 1 der SZ dann: “Zwar war es in der Nacht nicht zu größeren Ausschreitungen gekommen …” und “Die Regierung versicherte dagegen, der Kiewer Unabhängigkeitsplatz werde nicht geräumt. Es werde keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten geben.” Warum dann ausgerechnet jetzt Eskalalation? Es wurden einige Personen verletzt – das soll hier nicht verharmlost werden. Es stellt sich aber die Frage, ob die Ereignisse als “Wendepunkt” hochstilisiert werden müssen.
  • Einseitigkeit: Wieder wird die Seite der Opposition in deutlichen Worten unterstützt. Ein Zitat von Vitali Klitschko (“Mit dem, was vergangene Nacht passiert ist, ha Präsident Viktor Janukowitsch den Weg zu jeder Art von Kompromiss versperrt.”) wird in beiden Leitmedien zur zentral platzierten Überschrift.
  • Überbetonung: Die Medien berichten nun seit Wochen über den Konflikt in der Ukraine, was unter anderem bereits auf Lightmedien diskutiert wurde. Natürlich passiert dort gerade etwas Wichtiges. Die dauerhafte Einseitigkeit in der Berichterstattung führt jedoch zu einer Überbetonung des Themas und einer Prägung der eindeutigen Einstellung bei den Lesern.

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