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SZ: “Deutsche Bank lädt Kritiker ein”

Die SZ interviewt die Deutsche-Bank-Chefs Fitschen und Jain in der physischen Ausgabe der Zeitung und fasst das Interview dann sehr wohlmeinend online zusammen. Ein über weite Strecken inhaltsgleicher Artikel erscheint auf Spiegel.de.

Die Kritik an den Managern des in den letzten Jahren besonders skandalumwitterten Unternehmens wird zwar geäußert, aber insgesamt auf relativ zahme Art und Weise.

Kritik

  • Beschönigung: Die SZ titelt sehr positiv für die Bank mit “Deutsche Bank lädt Kritiker ein”. Der Spiegel titelt hingegen schon kritischer: “Deutsche Bank will Kritiker der Agrarsubventionen besänftigen”. Interessantes Detail: In der Internetadresse zum Spiegel-Artikel wird statt von “besänftigen” sogar noch schärfer von “bekehren” gesprochen. Wurde hier durch Umformulierung die Kritik der Zeitschrift im Nachhinein abgeschwächt?
  • Verstecken: Es wird von den kritikern gesprochen, die das Verständnis der beiden Bankchefs haben. Tatsächlich handelt es sich bei der Deutschen Bank um eine Institution, die in Jüngster Zeit nicht nur kritisiert wurde, sondern mehrfach vor Gerichten des rechtswidrigen Verhaltens angeklagt wurde und sich jeweils nur mit Vergleichen vor einer Verurteilung retten konnte. Das wird in dem SZ-Artikel so nicht erwähnt.
  • Ablenkung: Anstatt die Bank kritisch zu beleuchten, lässt die SZ Jain unkommentiert der Politik den Vorwurf dafür machen, dass die Deutsche Bank nun vor Problemen steht: “”Wir sind enttäuscht, dass es die Politik noch nicht geschafft hat, global ein faires Spielfeld zu schaffen.”
  • Relativierung: Die aktuelle Verurteilung zu US-$1,400,000,000 wird als “Vergangenheitsthema” abgetan, über dessen Bewältigung man sich nun freut. Es ist allein schon Interessant, dass die Deutsche Bank das angesichts der vielfältigen weiteren Verfahren und Vegleiche so sieht. NIcht in Ordnung, dass die SZ das alles nicht einmal aufgreift.
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