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SZ: “Trauerspiel mit Tiger” und “Europas Pflicht in Afrika”

Die Süddeutsche Zeitung vom 11. Dezember veröffentlicht auf Seite 4 zwei Artikel, die sich mit der deutschen Rüstungsindustrie und Verteidigung beschäftigen. Joachim Käppner schreibt unter dem Titel “Trauerspiel mit Tiger” über die neuen Produkte der deutschen Rüstungsindustrie. Stefan Ulrich fordert unter dem Titel “Europas Pflicht in Afrika” ein stärker gemeinsam getragenes militärisches Engagement Europas in Kriegen.

Kritik

  • Stimmungsmache: Beide Artikel suggerieren dem Leser, dass Deutschland sich mehr in bewaffneten Konflikten einsetzen muss. Es wird nicht diskutiert, ob dies notwendig ist, sondern wie es anzustellen ist. Frankreich wird als Vorbild genannt, was als indirekte Aufforderung an Deutschland interpretiert werden kann.
  • Ignoranz: Beide Artikel erwähnen nicht die besondere Regelung in Deutschland, die in Artikel 26 des Grundgesetzes geregelt ist. In Absatz 1 heißt es dort unter Einbezug der deutschen Vergangenheit mit der Verantwortung für zwei Weltkriege: “Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.” (Quelle: Dejure.org)
  • Einseitigkeit: Neben der gesetzlichen Lage erwähnen die Autoren auch nicht die Meinung der deutschen Bevölkerung. Deutsche Bürger lehnen mehrheitlich nicht nur Kriegseinsätze Deutschlands, sondern auch die finanzielle Beteiligung an Kriegsansätzen anderer Nationen ab (siehe aktuelle Umfrage, veröffentlicht in “Die Zeit”)
  • Beschönigung: Stefan Ulrich beschreibt die Auslandseinsätze als “riskante, aber notwendige” Vorhaben. “Entschlossenheit” sei gefragt. Damit werden die Einsätze beschönigt, indem deren Notwendigkeit nicht in Frage gestellt wird.
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