Zitat Papst Franziskus

SZ und ZEIT zu Papst Franziskus´ Kritik des Kapitalismus

Die ZEIT und die Süddeutsche Zeitung kommentieren die von Papst formulierte Kritik des Kapitalismus sehr einseitig. Franziskus hatte die Kritik in seiner ersten größeren selbstverfassten Schrift geäußert, die inzwischen nicht mehr direkt auf den Seiten des Vatikans, sondern nur noch als PDF zu erreichen ist.

Josef Joffe in DIE ZEIT vom 28. November 2013

Am 28. November 2013 kommentiert Josef Joffe, Mitherausgeber der Zeit, auf Zeit.de die kapitalismuskritischen Passagen der Schrift von Papst Franziskus.

Kritik

  • Meinungsmache: Joffe erhält auf den provokativen und einseitigen Artikel mehr als 450 Leser-Kommentare, die den Autor in der großen Mehrzahl kritisieren. (Randbemerkung: Somit üben die Leser Kritik an der Kritik Joffes an der Kritik des Papstes.) Zur inhaltlichen Kritik an Joffes Meinungsmache sei direkt auf diese vielfältigen Kommentare der ZEIT-Leser verwiesen.
  • Verstecken:
    • Bereits ein Tag nach seinem Erscheinen – am 29. November – wird der Artikel nicht mehr in der Kategorie “Meistkommentiert” gelistet, obwohl der Beitrag zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 300 Kommentare verbuchen kann und erst einen Kalendertag alt ist.
    • Am Montag, 2. Dezember 2013, ist der Artikel überhaupt nicht mehr über die Suchfunktion auf Zeit.de zu finden. Der Artikel kann lediglich über andere Suchmaschinen gefunden werden unter den Begriffen “Joffe Papst Kapitalismus Zeit”
    • Es stellt sich die Frage, ob der Artikel absichtlich versteckt wurde.

Marc Beise in der Süddeutschen Zeitung vom 30. November / 1. Dezember

In der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 30. November 2013 schreibt Marc Beise, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, einen Artikel über die kapitalismuskritischen Passagen der Schrift von Papst Franziskus.

Kritik

  • Betonte Unterstellungen: “Der Papst irrt” lautet der Titel des Artikels von Marc Beise. Der Autor stellt in der Überschrift gleich klar, worauf es ihm in dem Artikel ankommt, der damit eigentlich ein Kommentar ist. Im Fließtext wiederholt Beise seine Unterstellungen des “Irrens” deutlich. Der der Papst leiste “einem Irrtum Vorschub” und so “führt er Menschen in die Irre.”
  • Ablenkung: Beise formuliert weiter: “Er (der Papst, Anm. des Autors) meint offentsichtlich den ´Weltkapitalismus`, er hat vermutlich die Machenschaften mancher Großkonzerne in manchen (zum Beispiel afrikanischen) Staaten im Blick.” Damit wird suggeriert, die vom Papst kritisierten Auswüchse des Kapitalismus fänden nicht in Staaten wie Deutschland statt. Sieht man sich die Skandale der Deutschen Bank an, kann man diese Sichtweise schwer nachvollziehen.
  • Beschönigung: Beise beschönigt weiterhin die Lage in Deutschland. “Er (der Papst, Anm. des Autors) bedient damit Ressentiments rund um den Globus, auch dort, wo die Dinge in Ordnung sind. Beispielsweise in Deutschland, …” Natürlich geht es Deutschland deutlich besser als den meisten Staaten der Welt. Aber auch hier ist seit mehreren Jahren ein negativer Trend unübersehbar und vielfach in der Presse diskutiert. Zudem ist die isolierte Betrachtung Deutschlands ohne Nennung des weltweiten politischen und wirtschaftlichen Einflusses dieses Landes relativ beschränkt.
Teilen Sie diesen Artikel mit Anderen: facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmailfacebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmailby feather