Über

Lightmedien.de ist ein Watchblog für (deutsche) Leitmedien.

Motivation

Ich bin jetzt 37 Jahre alt. Seit etwa 20 Jahren lese ich Tageszeitungen und schaue Nachrichten. Und ich habe den Eindruck, dass unsere Massenmedien seichter geworden sind. Sie verkommen zur Light-Version ihres ursprünglichen journalistischen Anspruches.

Besonders stört mich das bei den sogenannten Leitmedien. Warum? Ich zitiere Wikipedia: „Der Begriff (Leitmedien) wird für einzelne Medienangebote gebraucht, die einen besonders starken Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf andere Massenmedien ausüben.“

Die journalistische Unabhängigkeit ist besonders gefährdet, wenn die These stimmt, dass die Leitmedien zu Lightmedien werden.

Auf Lightmedien.de teile ich mit, wenn ich mich wundere über die Berichterstattung der deutschen Leitmedien. Beiträge wie der folgende bestätigen mich in der These, dass das Eine oder Andere systematisch und absichtlich falsch läuft bei den Leitmedien.

Auch das 2014 bei Heise erschienene e-Book “Medien im Krieg” thematisiert das aktuelle Problem der Medien.

Die Arbeit an dieser Seite geschieht freiwillig, unabhängig, ehrenamtlich, auf Non-Profit-Basis und dauerhaft für alle Leser kostenlos.

Fokus

Auf was achte ich dabei besonders? Grundsätzlich gelten Richtlinien für Journalisten, die diese einzuhalten haben – die Einhaltung dieser Regeln können zumindest bei den Leitmedien vorausgesetzt werden. Darüber hinaus beobachte ich aber auch einige Phänomene, die so nicht explizit in diesen Richtlinien aufgenommen wurden oder die als “Grauzone” im Umgang mit bestehenden Regeln betrachtet werden können.

  • Verharmlosung: Ein Bericht stellt ein wichtiges Ereignis als relativ harmlos dar.
  • Ignoranz: Ein wichtiges Thema wird nicht aufgegriffen.
  • Verstecken: Eine mir als wichtig erscheinende Tatsache wird versteckt, indem sie zwar aufgegriffen, aber an unscheinbarer Stelle positioniert wird.
  • Stimmungsmache: Ein Bericht bezieht sich zwar vordergründig auf ein bestimmtes Ereignis, versucht aber eigentlich die Leser auf ein grundsätzliches Thema einzuschwören. In der Wissenschaft wird in ähnlichem Zusammenhang vom “Agenda Setting” gesprochen.
  • Überschattung: Durch großen – und über mehrere Tage ausgedehnten – Fokus auf ein Thema, dass mir eigentlich nicht so wesentlich für die Weltgeschichte erscheint, wird von anderen, wichtigeren Themen abgelenkt.
  • Ridikülisierung: Die Aufgabe von Medien ist es, kritisch und unabhängig zu berichten. Das führt natürlicherweise zu Kritik. Ridikülisierung liegt für mich jedoch vor, wenn die Kritik nicht ausgewogen ist, sondern darauf abzuzielen scheint, Akteure und Prozesse lächerlich erscheinen zu lassen.
  • Beschönigung: Eine bestimmte Situation wird im Interesse einer bestimmten Instition oder Person beschönigt dargestellt.
  • Einseitigkeit: Ein Thema wird in einem Artikel so besprochen, dass die Quintessenz tendenziös ist. Gründe für diese Einseitigkeit können auch im sozialen Hintergrund der Journalisten gesucht werden.

Die Leitmedien, die im Fokus der Analyse liegen, finden sich unter dem Menüpunkt “Medien“.

Ich bin mit dieser Beobachtung ganz sicher nicht alleine, hier unten ein Beitrag des Kabarettisten Max Uthoff zu den “Qualitätsmedien”, der sich meiner Erfahrung nach auch mit der Meinung vieler Bürger deckt.

Nun könnte man argumentieren, es gäbe immer viele Menschen, die pauschal gegen “die da oben” zu wettern und so eben auch die “Medien” (zu) pauschal kritisieren. Doch sogar der ARD-Programmbeirat der ARD hat jüngst die ARD gemahnt, weniger tendenziös und einseitig zu berichten.

Gleichzeitig ist es ein Anspruch von lightmedien.de, nicht in den Sog der hyperkrititischen bis unverschämten Online-Kommentatoren zu geraten, die hinter jedem Medienbericht die gleichgeschalteten Medien vermuten. Hier schließe ich mich gerne Stefan NIggemeier an, der sich im Dezember 2014 sehr differeniert zum Thema “gelenkte Medien” äußert.

Kontext

Dieser Blog sieht sich als eine weitere Quelle, die auf den Zug der “Medienkritik im Internet” aufspringt. Im Idealfall bringt die Seite den einen oder anderen Journalisten zum Nachdenken – denn sie ist konstruktiv gemeint. Gleichzeitig möchte ich die gerade durch Journalisten häufig geäußerte und oft berechtigte Kritik an der Undifferenziertheit und Polemik der durch “normale Nutzer” verfassten Medienkritik aufgreifen. Lightmedien.de ist aus dieser Sicht als Versuch einer differenzierten, wenngleich subjektiven Sicht auf die Dinge gedacht.

Geschätzte Watchblogs für deutsche Medien sind Bildblog, StefanNiggemeier.de oder Topfvollgold.de.

Weitere Informationen

Vortrag: “Unabhängigkeit in Gefahr? Deutsche Top-Journalisten und transatlantische Netzwerke” (Dr. Uwe Krüger)